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Video-Doku zum „Marsch der Würde (Flüchtlingsprotestmarsch)“ – Kein Mensch ist illegal

6. Dezember 2012


VideoLink YouTube via THOTHmerkaba

Video-Doku zum „Marsch der Würde (Flüchtlingsprotestmarsch)“ von Würzburg nach Berlin

Warum wir protestieren

Wir, die protestierenden Geflüchteten, sind hier am Brandenburger Tor, weil unsere Menschenrechte durch die bestehende Asylpolitik missachtet werden.

Der unantastbare Wesensgehalt von Freiheit und Gleichheit als Grundlage menschlichen Zusammenlebens besteht in den gleichen und unveräußerlichen Rechten des Menschen und in der Anerkennung seiner angeborenen Würde. Es gibt jedoch heute auf der Welt Orte, in denen die Machthaber in Politik und Wirtschaft unter Missachtung der essentiellen Rechte und Bedürfnisse der Bevölkerung und zur Erreichung von wirtschaftlichen, politischen sowie militärischen Interessen Zustände geschaffen haben, die extrem ungleich, unmenschlich und ungerecht sind.

Es gibt jedoch auch immer wieder Menschen, die sich der herrschenden Elite widersetzen und für eine Verbesserung der Lebenszustände eintreten. Mit Hilfe von Religion und unterschiedlichsten Ideologien werden oppositionelle Bestrebungen unterdrückt und verfolgt mit Mitteln bis hin zu Hinrichtung, Folter, Steinigung und langjährigen Haftstrafen. In solchen Regimen und bei sich verschlechternden Bedingungen für den Freiheitskampf bleibt Oppositionellen oftmals keine andere Wahl, als ihr Land zu verlassen. Mit dem Wunsch nach einem freien Wohnort suchen sie in anderen Teilen der Welt Zuflucht, in denen ihr Leben nicht gefährdet zu scheint.

Nun haben sich Menschen aus verschiedenen Ländern zusammengeschlossen, um gegen die ungerechten und unmenschlichen Bedingungen und Regelungen zu protestieren, die in den langwierigen und zum Teil langjährigen Asylverfahren vorherrschen und von denen sie unmittelbar betroffen sind. Die Geflüchteten möchten damit gegenüber der deutschen Bevölkerung zum Ausdruck bringen, dass sie sich stets für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit eingesetzt haben.

Sie verstehen sich dabei als Teil eines Kampfes, der sich in den vergangenen Monaten zu einer wirkungsvollen politischen Bewegung entwickelt hat und so einen großen Teil in der Bevölkerung und auch die Spitzen der Politik erreichen konnte.

Nach über einem halben Jahr der Proteste in den Straßen von sieben Städten haben sich die Geflüchteten zusammengeschlossen, um sich mit einem Fußmarsch und einer Busroute von Würzburg aus auf den Weg nach Berlin zu begeben und dort in direkter Nähe zur Politik ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Hier in Berlin haben wir zwei Protestcamps errichtet — eines am Oranienplatz und eines am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor. Unsere zentralsten Forderungen sind:

1) Die Anerkennung aller Asylsuchenden als politische Geflüchtete

2) Den Stopp aller Abschiebungen

3) Die Abschaffung der Residenzpflicht, welche den Asylsuchenden verbietet, ihren von den Behörden ausgesuchten Aufenthaltsort zu verlassen

4) Die Abschaffung der Lagerpflicht, welche den Asylsuchenden verbietet, ihren Aufenthaltsort selbst auszuwählen

Es gibt zahlreiche weitere Regelungen, die dazu beitragen, das Leben im Asylverfahrensprozess unmenschlich und ungerecht zu gestalten.

Wir sind Menschen, und da wir unser Mensch sein nicht ändern können, wollen wir die unmenschlichen Zustände ändern. Wir werden unseren Kampf nicht beenden, bevor die unmenschlichen Gesetze gekippt sind!

Für weitere Informationen:Internet: www.refugeetentaction.net – Facebook: www.facebook.com/Refugeemarch 

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