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#Keule schwingende Hand als Zier auf dem Helm! Welch Kleinod auf dem #Wappen von Johannes Philipp Weiss von Limburg

24. September 2012


Ausschnitt des Epitaphs von Johannes Philipp Weiss von Limburg an der Außenwand der St. Katharinenkirche an der Hauptwache in Frankfurt am Main.

Falls jemand in Heraldik bewandert ist, freue ich mich über erklärende Kommentare ;)))

Neben in der bembel commedia ::BK:: hat
oAnth | EN-DE-FR | offene Ablage: nothing to hide“ auf dies Posting folgenden, sehr interessanten Kommentar als Antwort hinterlassen (vielen Dank!):

Obwohl kein Spezialist in Heraldik, möchte ich dennoch kurz anfügen, dass es sich hier mit größter Wahrscheinlichkeit um keine Keule handelt, die sehr häufig im Sinne der Herkuleskeule, als gerader langer starker mit schmalerem Handende und kurzen Astansätzen versehener kräftiger hölzerner Knüppel dargestellt wurde, sondern um Samsons Eselsunterkiefer, (auch Simson – Bibel, AT, Buch der Richter), mit dem dieser dem biblischen Zeugnis zufolge 1000 Philister erschlagen haben soll.
Das Eselskiefer wird allegorisch auf der Basis der alttestamentarischen Samsonerzählung als göttlich inspirierte Kraftquelle gedeutet, indem Samson übernatürlicher Kräfte zugeschrieben werden, die ihn von Gott durch ein Gelübde (aus dem Kopf wiedergegeben) seiner Mutter, bzw. Eltern, verliehen worden seien; allerdings waren die genannten übernatürlichen Kräfte an seinen langen ungeschorenen Haarwuchs, der ihm durch die (wunderschöne) Philisterin Dalia (siehe Oper von Camille Saint-Saens und lange Ikonographie u.a. mit Werken von Rubens und Rembrandt) im Schlaf abgeschnitten wurde, gebunden, so dass er seine Kräfte daraufhin einbüßte. Da wehrlos, konnten ihn die Philister im Zustand der Schwäche überwältigen, um ihn zu blenden und ihn für Sklavendienste gefangen zu setzen; indem seine Haare wieder die erforderliche Länge erreichten und seine enormen Kräfte zurückkehrten, brachte Samson während einer Festzeremonie zu einem ihrer Götter, den Palast, in dem ihr Hofstaat feierte, zum Einsturz, wobei er selbstredend dabei ebenso unter den Trümmern den Tod fand. – Soweit die biblische Überlieferung (wie gesagt, aus dem Kopf wiedergegeben), die der allegorischen Deutung, wie oben beschrieben, zugrunde liegt.

Was die Nutzung von starken Unterkieferhälften von Pferden, Eseln, und anderen Tieren mit langen Unterkieferknochen, als Hiebwaffe (Backenzähne) anbelangt, so geht diese wohl weit in die Steinzeit und länger zurück; entsprechende Kieferhälften wurden noch im ländlichen Milieu in Europa bis ins Mittelalter und vereinzelt darüber hinaus als Verteidigungswaffe genutzt; in anderen Weltgegenden ist besagte Nutzung, je nach Entwicklung der Metall- und Waffentechnik unter jeweiliger Berücksichtigung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, bis ins 20.Jh nachgewiesen.

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