Startseite > bembel commedia, bembelkandidat > Zur Causa Julia Schramm & „geistiges Eigentum“: Wasser predigen und Wein saufen ist auch bei der BILD schwer in Mode

Zur Causa Julia Schramm & „geistiges Eigentum“: Wasser predigen und Wein saufen ist auch bei der BILD schwer in Mode

20. September 2012

Die Causa „Klick-Mich“-Schramm hat viele Facetten, eine davon ist natürlich die Springer-Presse, die die Piratin nun genüßlich vorführt, unter dem Motto, „Wasser predigen und Wein trinken ist auch bei den Piraten schwer in Mode„, wie es in einem BILD-Text heißt (Link zu BILD).

Stefan Niggemeier hat sich daher zur Verteidigung von Julia Schramm in der Frage „Geistiges Eigentum“ und „Verdrehtes Zitieren“  in seinem Blogpost „Ekelhaft“ erhoben.  Wenn es dabei „nur“ um das falsche Zitieren EINES Satzes ginge, dann wäre die Aufregung berechtigt aber in der Breite (Pro und Contra) sicher überzogen. Allerdings geht es auch hier, wie seinerzeit bei der Gauck-Wahl, um Kontexte und Zusammenhänge, und die sind bei der Piratin Julia Schramm dann schon recht offensichtlich.

Ihre Positionierung zu „geistigem Eigentum“ und dem Urheberrecht läßt sich im Internet in vielen anderen Beiträgen nachhören oder nachlesen, da braucht es nicht die Fixierung auf das „ekelhafte“ eine Zitat, was für sich genommen allerdings schon recht eindeutig ist.

Zu der Realsatire um „Klick-Mich“-Spackeria Julia Schramm sind daher eigentlich kaum mehr der Kommentare nötig, lediglich zwei kurze Dents bzw. Tweets war mir z.B. zuvor die Sache wert:

und

Wobei eben dieser Tweet nun ausgerechnet in der „BILD“ als einer der Twitter-Kronzeugen in dem Geschreibsel „Shitstorm gegen Gier-Piratin“ (Link zu: „BILD“) herhalten muß, *ÖRKS*. (Danke an dieser Stelle an Chris Sickendieck für den Hinweis).

Dazu hat sich die BILD der Dienste von Storify bedient, womit die fremden Tweets bequem zusammengestellt und auf der eigenen Homepage eingebunden veröffentlicht werden. Dies ist ein anderer und sehr interessanter Aspekt in der Diskussion um J. Schramm & Springer-Presse, der noch gar nicht thematisiert wurde, NÄMLICH wie es z.B. BILD selbst mit dem „geistigem Eigentum“ anderer hält!

Der Springer-Verlag ist wohl offensichtlich eine treibende Kraft für ein sog. neues „Leistungsschutzrecht“, mit dem u.a. die kurzen Textschnipsel und Zitate der News-Aggregatoren wie z.B. Google-News für die Anbieter kostenpflichtig werden sollen.

ABER ausgerechnet die BILD nutzt in dem Artikel „Shitstorm gegen Gier-Piratin“ die Aggregationsdienste von Storify (und übrigens nicht nur zu diesem Thema, siehe BILD auf Storify), in dem sie offenbar ungefragt (das kann ich in meinem Fall zumindest bestätigen) und natürlich kostenlos Tweets komplett kopiert und auf ihrer eigenen Homepage erneut publiziert. Die Tweets werden auch nicht als Zitat in einen Textzusammenhang gestellt, sondern lediglich aggregiert und aneinandergereiht, was schon jetzt aus urheberrechtlicher Sicht nicht ganz unproblematisch zu sein scheint, eine rechtliche Grauzone sozusagen. RA Henning Krieg stellte in diesem Punkt zu Storify einmal fest: „Streng genommen darf man das nicht, aber wo kein Kläger, da kein Richter.“

Nun ist dies Vorgehen von BILD also wohl schon jetzt rechtlich fragwürdig, DOCH wie sähe es erst nach dem neuen „Leistungsschutzrecht“ aus, das u.a. der Springer-Verlag so vehement gegen diese böse Kostenlos-Kultur im Netz fordert … ?!

HMMMMM, da läßt sich dann nur in Anlehnung an die BILD sagen:
„Wasser predigen und Wein saufen ist auch bei der BILD schwer in Mode.“

Advertisements
  1. petzi
    20. September 2012 um 12:02 pm

    Das macht die Sache nicht besser.

  1. No trackbacks yet.
Kommentare sind geschlossen.
%d Bloggern gefällt das: