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Raucherparadies #China – Nirgends wird so viel geraucht wie in der Volksrepublik … Anmerkungen zum Quarzen in China

23. November 2010

Es wird ja viel Käse über China, die Chinesen im Allgemeinen und Besonderen berichtet, doch dieser Beitrag auf tagesschau.de „Zigarettenkonsum in der Volksrepublik – Chinesen gehen im Rauch auf“ ist mal zutreffend, polemisiert aber leider auch ein wenig. In China gibt es noch kein rauchverbot in lokalen und Bars und ähnlichen Lokalitäten, in China darf und wird mit Wollust geraucht, vornhemlich von Männern übrigens, die Frauen halten sich vergleichsweise zurück.

Zigaretten sind in China extrem billig. Eine Packung mit 20 Glimmstengeln der Marke Daqianmen gibt für umgerechnet knapp 30 Cent. […] Marken wie Suyan oder Zhonghua – die kosten vier bis sieben Euro pro Schachtel. „Egal, ob bei großen oder kleinen Anlässen, Leute kaufen diese Zigaretten als Geschenke“, sagt Li. „Wenn Du jemanden während des chinesischen Neujahrsfestes besuchst, ist es normal, dass man Zigaretten und Schnaps mitbringt. Oder man verschenkt Zigaretten, wenn man jemandem um einen Gefallen bitten will.“ tagesschau.de 21.11.2010

Stimmt, Zigaretten sind wirklich extrem billig! Doch zum Neujahrsfest sind allerdings ebenso Zigaretten-freie Geschenke üblich, z.B. Mega-Präsentkörbe mit Obst gefüllt.

Zigaretten erhalten die Freundschaft Zigaretten sind das Öl im sozialen und wirtschaftlichen Getriebe in China. Sie sichern „guanxi“, also Beziehungen. Manch gut vernetzte Kettenraucher, heißt es, müssten nicht einmal eigene Zigaretten kaufen, so viele bekämen sie geschenkt.

Jo, da ist was dran, gemeinsam Rauchen verbindet und als Geschenke sind Zigaretten oft gern gesehen, doch noch wichtiger sind die gemeinsamen Essen, denn noch viel lieber als das Rauchen genießen ChinesInnen das gemeinsame Essen!

Nichtraucherecke? Fehlanzeige
Und keiner würde auf die Idee kommen, um Erlaubnis zu fragen, bevor man sich in der Wohnung eines Freundes einen Glimmstengel in den Mund steckt. Auch im Restaurant wird fast überall gequalmt. Nichtraucherecken gibt es fast nie. Immer wieder sieht man Männer, die in der einen Hand die Essstäbchen, in der anderen einen Glimmstengel halten.

Nichtraucherbereiche gibt es in der Tat selbst in Beijing selten (in Touribereichen allerdings häufig anzutreffen), doch dafür hat jedes [!] etwas größere Lokal extra Räume für kleine und große Gruppen, in denen selbst bestimmt wird, ob dort geraucht wird oder nicht. Da man sich zum Essen in der Regel in einer Gruppe trifft, reserviert auch meist einer einen Raum für alle. In der mittleren und gehobenen Gastronomie wird aber auch darauf geachtet, daß die großen Eß-Räume nicht zugequarzt werden, einmal halten sich die Raucher hier etwas zurück und dann ist die Belüftung zudem recht stark. In den weit verbreiteten ausländischen Fast-Food-Ketten wie z.B. Kentucky und McDonalds herrscht übrigens Rauchverbot.

Und das mit der Wohnung eines Freundes ist natürlich polemisch, denn wenn bekannt ist, daß jemand Nichtraucher ist, wird das natürlich auch von Rauchern respektiert und die chinesische Höflichkeit gebietet es, dann eben nicht in der Wohnung ungefragt zu rauchen. Es kann da viel eher passieren, daß ein Nichtraucher in seiner Wohnung einem Raucher einen Aschenbecher auf den Tisch stellt und zum Rauchen einlädt.

Sogar chinesische Hochzeiten haben ihre eigenen Zigaretten-Rituale. Zum Beispiel, dass die Braut jedem männlichen Gast eine angezündete Zigarette überreicht. Auch hier demonstriert man Statusbewusstsein. Wer es sich leisten kann, bietet teure Zhonghua an, bei Arme-Leute-Hochzeiten gibt es nur billige Hongtashan-Zigaretten.

Jo, das hab‘ ich auch so erlebt …

… während in vielen Ländern die Zahl der Raucher abnimmt, hält sie sich in China konstant bei schätzungsweise 350 Millionen. „Jeder weiß, dass Zigaretten ungesund sind, sagt der junge Wang. Er ist Stammkunde im Laden von Li. „Es ist unser Lebensstil. Ohne Zigaretten geht es nicht.“

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