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Franz #Schubert: Im Walde (Waldesnacht) D708 … by Dietrich Fischer-Dieskau & Gerald Moore …

21. Oktober 2010


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Im Walde (Waldesnacht), D.708 (1820)

Windes Rauschen, Gottes Flügel,
Tief in kühler Waldesnacht,
Wie der Held in Rosses Bügel,
Schwingt sich des Gedankens Macht,
Wie die alten Tannen sausen,
Hört man Geisterwogen brausen.

Herrlich ist der Flamme Leuchten
In des Morgenglanzes Tau,
Oder, die das Feld beleuchten,
Blitze, schwanger oft von Tod.
Rasch die Flamme zuckt und lodert,
Wie zu Gott hinauf gefodert.

Ewig’s Rauschen sanfter Quellen
Zaubert Blumen aus dem Schmerz,
Trauer doch in linden Tönen
Schlägt uns lockend an das Herz.
Fernab hin der Geist gezogen,
Die uns locken, durch die Wogen.

Drang des Lebens aus der Hülle,
Kampf der starken Triebe wild
Wird zur schönsten Liebesfülle,
Durch des Geistes Hauch gestillt.
Schöpferischer Lüfte Wehen
Fühlt man durch die Seele gehen.

Windes Rauschen, Gottes Flügel,
Tief in kühler Waldesnacht,
Freigegeben alle Zügel
Schwingt sich des Gedankens Macht,
Hört in Lüften ohne Grausen
Den Gesang der Geister brausen.

Text: Friedrich von Schlegel (1772-1829)

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