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darf ein Holocaust-Überlebender „I will survive“ in #Auschwitz und anderen KZ-Gedenkstätten tanzen? #Shoa via @rehe

13. Juli 2010

… zugegeben, eine rhetorische Frage, natürlich darf er das. Er sollte das tun, was ihm hilft, den Terror des Holocaust zu verarbeiten, auch wenn es für andere befremdlich erscheinen mag. Womit ich allerdings zugegeben Bauchschmerzen habe, ist das Video, das wohl seine Tochter und Enkel mit ihm gedreht haben, die darin zusammen mit dem Großvater zu „I will survive“ tanzen. Denn diese offensichtliche Inszenierung auf den Holocaust-Massengräbern derer, die nicht so viel Glück hatten und nicht überlebt haben, finde ich nun nicht gerade  würdevoll und dem Gedenken der Toten angemessen …


VideoLink YouTube via boingboing
„On a recent trip to Europe, a family of three generations (a Holocaust survivor, his daughter and his grandchildren) dance to Gloria Gaynor’s pop song – ‚I Will Survive‘ at concentration camps and memorials throughout Europe. […]
This dance is a tribute to the tenacity of the human spirit and a celebration of life.
Despite the systematic brutality and cruelty endured, we have still survived.“

In den Kommentaren auf YouTube geht es erwartungsgemäß extrem kontrovers zu, von Zustimmung, Zwiespalt, Kritik an Mißachtung der Toten und natürlich bis hin zu den üblichen Haßkommentaren der Nazis, die sich lustig machen oder fordern, zu Nazimusik in Auschwitz tanzen zu dürfen u.ä. Müll

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Kategorien:bembel commedia
  1. 17. Juli 2010 um 3:02 pm

    Ich habe erst heute morgen via Deutschlandfunk von dem Video erfahren und inzwischen in meinem Blog geschrieben, was ich davon halte. Hier nur: daß ich es in jeder Hinsicht als hochnotpeinlich empfinde, nämlich als den Gipfel jener Art zeitgenössischer Pseudokunst, die mir in Ausstellungen begegnet und über die ich mich nur nicht öffentlich auslasse, weil die Künstler mir bekannt und auch nette Menschen sind, die keinen Schaden anrichten, weil kaum jemand außerhalb der Szene sie kennt. Jane Korman aber hat, finde ich, mit ihrem Video das Gegenteil dessen erreicht, was sie angeblich erreichen wollte.

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